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Ratgeber Erde

Neben ausreichend Licht, Wasser und Nährstoffzufuhr braucht der Bonsai vor allem eine gute Erde.

Wichtige Eigenschaften sind:
  • Sturkturstabilität
  • Luftdurchlässigkeit
  • Wasserspeicherung
  • Abgabe von überschüssigem Wasser
  • PH Neutralität
Diese Eigenschaften werden mit Hilfe einer qualitativ guten Blumenerde durch
Mischen von Zuschlagstoffenwie Bims , gebrochenem Blähton, Lavasplitt oder Sand ereicht.
Das richtige Mischungsverhältnis sollte durch Eigenversuche vorher ausprobiert werden.

Alternativ kann auch Kübelpflanzenerde, Teicherde oder Kakteenerde verwendet werden,
doch sollte man diese vor dem Kauf auf ihre Inhaltsstoffe prüfen.
Denn nicht immer ist das in der Erde, was auf der Verpackung steht.

Lehm und Torf, wie in der Literatur häufig angegeben, sollten vermieden werden.
Lehm hat die Eigenschaft die Erdoberfläche zu verschlämmen und zu verdichten.
Wasser kann dadurch nur unzureichend in die Erde gelangen, der Bonsai könnte vertrocknen.

Torf erhöht zwar die Wasserdurchlässigkeit, die Wasseraufnahme ist nach Trocknung
schwieriger, es muß häufiger gegossen werden.

Weitere Zuschlagstoffe: Perlit , Ton , Ziegelsplitt


Zuschlagstoffe und ihre Eigenschaften
Bims
Chemische Eigenschaften:
  • neutraler pH-Wert
  • niedriger Salzgehalt
  • geringe Pufferung
  • keine N-Fixierung
Physikalische Eigenschaften:
  • mittlere Wasserkapazität
  • hohe Luftkapazität
  • dauerhafte Strukturstabilität
  • sehr hohes Volumengewicht
    (ca. 900 g/l)
Beurteilung für die Praxis:
  • gute Drainage- und Belüftungswirkung; wenn geringeres Gewicht gewünscht, dann gebrochenen Blähton verwenden
  • erhöht die Strukturstabilität der Mischung
  • sehr wurzelfreundlich, als untere Vegetationsschicht auch pur verwendbar
  • erhöht durch das hohe Eigengewicht die Standfestigkeit von Gefäßen
  • nicht vollständig frostsicher
Blähton gebrochen
Chemische Eigenschaften:
  • neutraler pH-Wert
  • niedriger Salzgehalt (bei guten Herkünften)
  • keine Pufferung (durch das Brennen Verlust der Puffereigenschaften des Tones)
  • keine N-Fixierung

Physikalische Eigenschaften:

  • geringe Wasserkapazität
  • hohe Luftkapazität
  • dauerhafte Strukturstabilität
  • mittleres Volumengewicht (ca.400 g/l)
Beurteilung für die Praxis:
  • sehr gute Drainage- und Belüftungswirkung
  • (wesentlich günstiger als Sand), wenn höheres Gewicht gewünscht, dann gebrochene Lava verwenden
  • erhöht die Strukturstabilität der Mischung
  • gut geeignet als schützende Deckschicht bei
  • Dauerbepflanzungen (z.B. Innenraumbegrünung, Tröge, Kübel)
Lava gebrochen
Chemische Eigenschaften:
  • neutraler pH-Wert
  • niedriger Salzgehalt
  • geringe Pufferung
  • keine N-Fixierung
Physikalische Eigenschaften:
  • geringe Wasserkapazität
  • hohe Luftkapazität
  • dauerhafte Strukturstabilität
  • sehr hohes Volumengewicht
    (950-1200 g/l)
Beurteilung für die Praxis:
  • sehr gute Drainage- und Belüftungswirkung; wenn geringeres Gewicht gewünscht, dann gebrochenen Blähton verwenden
  • erhöht die Strukturstabilität der Mischung
  • sehr wurzelfreundlich, als untere Vegetationsschicht
  • auch pur verwendbar
  • gut geeignet als schützende Deckschicht bei Dauerbepflanzungen
  • (z.B. Innenraumbegrünung, Tröge, Kübel)
  • erhöht durch das hohe Eigengewicht die Standfestigkeit
  • von Gefäßen
Quarzsand
Chemische Eigenschaften:
  • neutraler pH-Wert
  • niedriger Salzgehalt
  • keine Pufferung
  • keine N-Fixierung
Physikalische Eigenschaften:
  • geringe Wasserkapazität
  • mittlere Luftkapazität
  • dauerhafte Strukturstabilität
  • extrem hohes Volumengewicht
    (ca. 1600 g/l)
Beurteilung für die Praxis:
  • verdichtet leichte Substrate aufgrund des extremen Volumengewichts und beeinflußt dadurch den Luft- und Wasserhaushalt negativ (positive Wirkung wird meist überschätzt), besser ist diesbezüglich gebrochener Blähton oder Perlit
  • schafft Drainage nur in schweren und bindigen Böden oder schweren Eigenmischungen
Perlit
Chemische Eigenschaften:
  • neutraler pH-Wert
  • sehr niedriger Salzgehalt
  • keine Pufferung
  • keine N-Fixierung
Physikalische Eigenschaften:
  • geringe bis mittlere Wasserkapazität
  • hohe Luftkapazität (40 -50 %)
  • gute Strukturstabilität
  • (verträgt allerdings keine Trittbelastung)
  • sehr niedriges Volumengewicht
    (ca. 90 g/l)
Beurteilung für die Praxis:
  • gute Drainageeigenschaften
  • senkt das Volumengewicht schwerer Substrate und Böden
  • die weiße Farbe kann störend wirken
    (alternativ: gebrochener Blähton)
Ton
Chemische Eigenschaften:
  • neutraler pH-Wert (5-8)
  • niedriger Salzgehalt
  • sehr hohe Nährstoffpufferug
Physikalische Eigenschaften:
  • sehr geringe Wasserkapazität (wird oft überschätzt)
  • keine Luftkapazität
  • sehr hohes Volumengewicht
    (1200-1400 g/l)
Beurteilung für die Praxis:
  • erhöht die Toleranz der Kultur gegenüber Salzgehalten und Düngungsfehlern
  • verdichtet leichte Substrate aufgrund des extremen Volumengewichts und beeinflußt dadurch den Luft- und Wasserhaushalt negativ
  • erhöht das Risiko der Vernässung insbesondere im Freiland, entscheidend ist der Anteil an Dreischicht-Tonmineralien ein geringer Schluffanteil, der Karbonatgehalt, Fe- und Mn-Anteil
  • Anteile über 10 Vol.% im Substrat unnötig bis problematisch
ökohum hat aus einigen Mischungen den Ton im Lauf der Zeit verbannt. Der Grund: Rindenhumus puffert die Nährstoffe gleich gut, kann aber nicht durch starke Niederschläge im Substrat nach unten gewaschen werden und bleibt luftig.
Torf
Chemische Eigenschaften:
  • niedriger pH-Wert (< 4)
  • sehr niedriger Salzgehalt
  • sehr geringe Nährstoff- und pH-Pufferung
  • N-stabil
Physikalische Eigenschaften:
  • hohe Wasserkapazität (bis 70 %)
  • mittlere Luftkapazität
  • strukturstabil (nicht bei kalt-nassen Bedingungen!)
  • niedriges Volumengewicht (ca. 200 g/l)
Beurteilung für die Praxis:
  • entspricht einer Hydrokultur, weil keine Nährstoffpufferung
  • schlechte Wiederbenetzbarkeit nach Austrocknung, vor allem wenn Feinanteil hoch
  • läßt sich optimal auf gewünschte Werte einstellen (Nährstoffe, pH)
Ziegelsplitt
Chemische Eigenschaften:
  • neutraler bis leicht alkalischer pH-Wert
  • Salzgehalt unterschiedlich (je nach Ausgangsmaterial)
  • keine Pufferung
  • keine N-Fixierung, leichte N-Freisetzung
  • Kalkwirkung ist zu beachten
Physikalische Eigenschaften:
  • mittlere Wasserkapazität
  • mittlere Luftkapazität
  • dauerhafte Strukturstabilität
  • sehr hohes Volumengewicht
    (ca. 1100 g/l)
Beurteilung für die Praxis:
  • verbessert die Strukturstabilität von Humusmischungen
  • gute Wasserspeicherung für Extremstandorte im Gala-Bau
  • gute Qualität des Ausgangsmaterials ist wichtig
  • ökologisch sinnvoller Reststoff
Quelle: www.ökohum.de